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Manfred Neuenhaus Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Beschluss des FDP-Präsidiums: Für eine verantwortungsvolle und geordnete Flüchtlingspolitik

1. Isolation Deutschlands in Europa beenden/2. Vorübergehender humanitärer Schutz für Kriegsflüchtlinge/3. Außengrenzen schützen, Registrierungen sicherstellen/4. Europäisches Einwanderungsrecht schaffen/5. Fluchtursachen bekämpfen mehr

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Manfred Neuenhaus Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann



Sonntag, 06. April 2014 - 07:56 Uhr  |  Aus dem Ressort Rat

EXPRESS-Altstadt-Gipfel

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Die Altstadt ist keine Blumenwiese und auch nicht Willich-Schiefbahn. Da wird gefeiert, getanzt, getrunken - das ist schön. Ab 2 Uhr nachts ist es aber nicht mehr so schön. Am Carlsplatz oder Burgplatz besteht die Gefahr, dass rechtsfreie Räume entstehen. Das kann der OSD nicht lösen, da sind kernige Polizisten gefragt. Die Junggesellenabschiede finde ich zum Teil mega-ätzend. Aber das sind auch die Geister, die die Wirte gerufen haben.“

 

 

Düsseldorf –  

Die Altstadt. Erst schreckte uns Traditions-Wirt Peter Tuxhorn auf, weil er das „Julio“ aufgibt - und das auf Facebook mit „einer von Gewalt geprägten Gästestruktur im Umfeld“ begründet.

 

Dann der offene Brief der Anwohner von der Neubrückstraße um Unternehmer Jens Oliver Pommeranz, der Dreck, Müll, Randale und Belästigung durch Drogensüchtige beklagt.

 

Am Freitag lud EXPRESS zum Altstadt-Gipfel in den Goldenen Ring.

 

Mit EXPRESS diskutierten leidenschaftlich und kontrovers: Briefeschreiber Pommeranz, die Altstadtwirte PM Halcour (u. a. Goldener Ring), Alexander Kampes (D-Town). Peter Tuxhorn, Peter Klinkhammer (u.a. Dä Spiegel), Dino Cesljas (u.a. Ballermann 6), Isa Fiedler (Knoten), die Politiker Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP-Bürgermeisterin), Miriam Koch (Grüne; OB-Kandidatin), Dr. Alexander Fils (CDU), Philipp Tacer (SPD), Holger Körber (Abteilungsleiter im Ordnungsamt) und Martin Wentorf (stv. Leiter der Polizeiinspektion 1).

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Das wichtigsten Aussagen der Diskussion:

 

Jens Oliver Pommeranz: „Die Altstadt ist ein kranker Patient. Wir brauchen einen Masterplan mit allen Beteiligten, um ihn wieder gesund zu bekommen.“

 

Dr. Alexander Fils: „Die Stadt kann da nichts vorgeben. Ich rege aber an, dass sich Anwohner, Wirte, Politik, Geschäftsinhaber zusammensetzen und eine Interessengemeinschaft bilden. Es geht schließlich um die längste Theke der Welt. Die beste Werbung, die Düsseldorf haben kann.“

 

Miriam Koch: „Richtig. Wir brauchen einen runden Tisch und Konzepte mit längerem Atem.“

 

Diese Interessengemeinschaft soll nun, nach dem Altstadt-Gipfel des EXPRESS, auf den Weg gebracht werden!

 

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Die Altstadt ist keine Blumenwiese und auch nicht Willich-Schiefbahn. Da wird gefeiert, getanzt, getrunken - das ist schön. Ab 2 Uhr nachts ist es aber nicht mehr so schön. Am Carlsplatz oder Burgplatz besteht die Gefahr, dass rechtsfreie Räume entstehen. Das kann der OSD nicht lösen, da sind kernige Polizisten gefragt. Die Junggesellenabschiede finde ich zum Teil mega-ätzend. Aber das sind auch die Geister, die die Wirte gerufen haben.“

 

PM Halcour: „Ohne die Altstadt und Kö wäre Düsseldorf kaputt. Als Altstadt-Wirt muss man mit den Nachteilen leben. Ich hatte letztes Jahr alleine 23 eingeschlagene Scheiben. Ich kümmere mich selbst darum. Was klar ist: Hier laufen unheimlich viele Leute herum, die sich schlagen wollen.“

 

Alexander Kampes: „Die Treppe am Rhein ist ein Brennpunkt. Nachts wird dort an den Schlossturm uriniert, an unser berühmtestes Wahrzeichen. Oder auf unsere Terrasse. Es ist einfach nicht genügend Polizei und OSD auf der Straße. Wenn ich anrufe, heißt es: Wir haben nicht genug Leute. Aber tagsüber sagen sie der Oma, sie soll ihren Hund anleinen.“

 

Peter Tuxhorn: „Man muss mal abends durch die Altstadt gehen. Da hat jeder eine Flasche vom Kiosk in der Hand. Wir haben zu viele davon, das Niveau auf den Straßen ist gesunken.“

 

Philipp Tacer: „Ich bin aber absolut gegen die Schließung von Kiosken. Ich hol mir selbst gerne eine Flasche Bier und setze mich an den Rhein. Ein guter Altstadt-Gänger ist nicht nur der, der in Kneipen geht.“

 

Miriam Koch: „Ich bekomme manchmal abends auch mit, was in der Altstadt los ist und weiß, dass sich dort viele nicht mehr wohlfühlen. Man sollte mehr Streetworker auf die Straße schicken, den Marktplatz vorm Rathaus anders beleben und im Rathaus unten ein Bürger-Informationszentrum einrichten. Dann haben wir auch ein anderes Publikum.“

 

Philipp Tacer: „Da stehen auch die Hauseigentümer in der Verantwortung. Wer Ballermann-Gastronomen einen Mietvertrag gibt, muss sich nicht wundern, wenn er auch das Publikum dafür hat.“

 

Dino Cesljas: „Wenn man einen großen Laden hat, viel Miete zahlt und abends 2000 Leute durchschleusen muss, kann man keine Kulturkneipe machen. Es bringt auch nichts, überall eine Hausbrauerei hinzusetzen.“

 

Peter Klinkhammer: „Dass am Wochenende Sauftourismus herrscht, braucht man nicht beschönigen. Die Altstadt ist aber ein Schmelztiegel verschiedener Schichten. Heute gehört es zum guten Ton mit Bier auf der Straße rumzulaufen.“

 

 

Und was sagen Polizei und Ordnungsamt?

 

Holger Körber: „Kioske und Büdchen sind mir persönlich ein Dorn im Auge, aber wir können es nicht verbieten. Die Rheintreppe ist kein Problemfall. Man tut nichts Verbotenes, wenn man mit einer Flasche dort sitzt. Wir sind schon bis 1.30 Uhr nachts in ganz Düsseldorf im Einsatz, können keine Staatsüberwachung einführen.“

 

Martin Wentorf: „Wir haben die Altstadt gut im Blick, kooperieren gut mit dem OSD. Es gibt in der Altstadt keine rechtsfreien Räume. Einigen Leuten kommt aber nach Mitternacht und unter Alkoholeinfluss die Fähigkeit abhanden, verbal miteinander zu kommunizieren. Wir sind dann aber schnell da. Wenn sie mich fragen, bin ich natürlich auch für mehr Polizei. Man muss die Bürger aber auch fragen, ob sie alle 10 Meter einen Polizisten stehen haben wollen.“



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